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Diskursive Aushandlung von Unsicherheit – Interviewteilnehmende gesucht

Collage aus Titelbildern von Spielen. Vorne der Dissertationstitel.
Collage aus Titelbildern von Spielen. Vorne der Dissertationstitel. Erstellt mit Canva.

Wie narrative und dystopische Spiele zum Gespräch über Moral, Entscheidungen und Identität einladen


Spiele – weit mehr als nur Unterhaltung: In meinem laufenden Dissertationsprojekt an der Technischen Universität Dresden untersuche ich, wie Spieler:innen in digitalen Gemeinschaften über moralische Entscheidungen, Agency und Konsequenzen in narrativen Spielen sprechen. Im Fokus stehen dabei nicht primär die Spiele selbst, sondern die Sprache und die sozialen Praktiken, mit denen Spielerfahrungen geteilt, reflektiert und ausgehandelt werden.


🎮 Warum gerade Spiele?

Narrative, dystopische und entscheidungsbasierte Spiele – etwa Detroit: Become Human, Frostpunk oder This War of Mine – erzeugen Entscheidungssituationen, die nicht nur spielmechanisch relevant sind, sondern oft auch emotional und moralisch aufgeladen erscheinen. Spieler:innen müssen zwischen Alternativen wählen, die im Spiel Konsequenzen haben – und diese Erfahrungen werden zunehmend auch außerhalb des Spiels verhandelt, etwa in Discord-Communities. Weitere moralisch oder politisch aufgeladene Spiele sowie jene, die von Aspekten der Unsicherheit ('Uncertainty') geprägt sind, etwa Hades 2 oder The Last of Us, ergänzen das Untersuchungsspektrum zur diskursiven Aushandlung dystopischer Spiele.

In meinem Projekt beschäftige ich mich mit der zentralen Frage: Wie sprechen Menschen über Entscheidungen und Unsicherheit in Spielen – und was sagt das über ihre Sicht auf Moral, Kontrolle und Realität aus?


🧠 Sprachliche Muster, Agency & Moral

Im Zentrum stehen nicht nur Inhalte (was gesagt wird), sondern dynamische Diskursprozesse (wie es gesagt wird):

  • Welche Worte und Argumentationsfiguren nutzen Spieler:innen, wenn sie über moralische Dilemmata sprechen?

  • Wie positionieren sie sich sprachlich in Diskussionen?

  • Inwiefern wirken diese Diskussionen auf Identität, Selbstverständnis und die Bedeutung der Spiele zurück?

Indem wir genauer hinschauen, können sprachliche Strategien sichtbar werden, die zeigen, wie sich Spieler:innen in moralischen und narrativen Räumen verorten und wie diese Räume soziale Bedeutung erzeugen.


📍 Empirische Basis: Discord & Co.

Für die Analyse entsteht ein qualitatives Korpus aus

  • Diskussions-Threads und Chat-Verläufen auf ausgewählten Discord-Servern

  • argumentativ geprägten Passagen, die moralische Entscheidungsmomente thematisieren

  • ergänzenden Interviews mit Spieler:innen über ihre persönlichen Erfahrungen.

Dabei wird großer Wert auf Datenschutz und Forschungsethik gelegt: Gespräche werden anonymisiert und verantwortungsvoll interpretiert.


⚙️ Methodik & Theoretischer Rahmen

Das Projekt kombiniert:

  • Medien- und Diskurslinguistik sowie Framesemantik

  • Ludologische Perspektiven aus den Game Studies

  • Qualitative Diskursanalyse

  • Narrativtheorie & Konzeptualisierungen von Agency und Dystopie

Diese interdisziplinäre Verbindung ermöglicht eine neue Perspektive darauf, wie Spielerfahrungen sprachlich konstruiert und sozial geteilt werden.


🙌 Mitmachen und Austauschen

Für die Pilotphase (2026) sowie die daran anknüpfende Hauptphase (2026/27) suche ich Interviewpartner:innen, die Erfahrung mit narrativen und entscheidungsbasierten Spielen haben – und Lust, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Wenn du also schon mal über moralisch knifflige Entscheidungen in Games nachgedacht hast, oft in Discord-Communities über Spiele diskutierst oder Lust hast, deine Perspektive in ein Forschungsprojekt einzubringen,

… dann freue ich mich auf deine Teilnahme!

Schreib einfach eine E-Mail an alexander_baertl@gmx.de


📌 Warum ist das wichtig?

Spiele sind längst nicht mehr nur Freizeitbeschäftigung. Sie sind Diskursräume: Sie formen, spiegeln und verhandeln subjektive Wahrnehmung, moralisches Denken und soziale Identität und werfen Fragen auf, die weit über den Bildschirm hinausreichen.

Dieses Projekt soll zeigen, wie Spieler:innen nicht nur spielen – sondern sich selbst und ihre Welt in Sprache reflektieren.



Danke für jegliche Unterstützung, euer Alex!

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