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Der Kampf um Arrakis: Das 1. große Dune Imperium Turnier in Dresden

1. Dune-Turnier-Pokal, eigens 3D-gedruckt
1. Dune-Turnier-Pokal, eigens 3D-gedruckt; © Marcel (YBG)

Ohne Orga kein Spice!

 

Am 26.04. fiel der Startschuss zum ersten Dune-Imperium-Turnier der YOURBOARDGAMERS.


Was im Vorfeld als kleine Umfrageidee begann, wurde mit 20 Teilnehmer*innen Realität – und zeigt, welchen Stellenwert das Spiel und die Community inzwischen erreicht haben. Ich möchte euch hier einen kleinen Einblick aus der Orga-Perspektive geben und hoffe sehr, dass es nicht der letzte Termin dieser Art war.


An der Stelle möchte ich kurz etwas zu mir als Hauptverantwortlicher des Turniers erzählen: Zwischen 2014 und 2020 habe ich für das X-Wing-Miniaturenspiel Turniere organisiert. In Dresden gab es zu dieser Zeit eine der stärksten Communities zu diesem Spiel. Wir waren unter anderem auch Playtester für Fantasy Flight Games (heute Teil von Asmodee). Zusätzlich gab es Coverage über YouTube, inklusive einer Interviewreihe, in der Spieler*innen, Organisator*innen und Verlagsmitarbeiter*innen zu Wort kamen. Allgemein war das Spiel über Jahre hinweg der umsatzstärkste Titel des Verlags – mit organisiertem Turniersupport auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene sowie entsprechender Berichterstattung.


In diesem Umfeld konnte ich als Organisator von rund 30 Turnieren – eins pro Quartal – viel Erfahrung sammeln, von kleineren Team-Events bis hin zu Regionalturnieren mit bis zu 64 Spieler*innen. Location, Catering, Koordination von Support – all das gehörte dazu.


Umso besonderer war es für mich, nach sechs Jahren wieder ein Turnier auf die Beine zu stellen, weshalb ich sofort wieder mit vollem Herzblut und Energie dabei war. Über Markus konnten wir eine Location auf dem Gelände des Kraftwerk Mitte anmieten. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an das Medienkulturzentrum Dresden, das uns diese Möglichkeit gegeben hat.


Für das Turnier konnte ich außerdem etwas Preissupport organisieren – vielen Dank dafür auch an die Rechenecke. Das Budget war allerdings recht knapp, da ein großer Teil für die Miete eingeplant werden musste. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, zusätzlich aus eigener Tasche verschiedene 3D-gedruckte Teile – inklusive eines bemalten Dune-Pokals – bereitzustellen. Und das habe ich wirklich gern gemacht. 😉

Wir brauchten außerdem noch mehrere Dune-Imperium-Kopien, um das Turnier entsprechend ausstatten zu können. Daher fiel die Entscheidung, das Spiel selbst als Hauptpreis zu wählen – so konnte es im Vorfeld direkt im Turnier genutzt werden. Die weiteren Exemplare kamen aus der Community – auch dafür nochmal ein herzliches Dankeschön! Wir zählen auch beim nächsten Mal wieder auf eure Unterstützung. 😊


Zusätzlich haben sich die YOURBOARDGAMERS mit einem Stream eingebracht, was das Ganze im Laufe der Planung zu einem echten Community-Event wachsen ließ. Johan und Carsten machten ihren Job als Kommentatoren einfach hervorragend! Und auch um die ganzen stream-technischen Aspekte und aufkommenden Probleme haben sich Seb und Chris ausgezeichnet gekümmert.


Carsten und Johan bei der Moderation des Live-Streams vor Monitoren
Carsten und Johan bei der Moderation des Live-Streams; © YBG

Das Turniersystem


Gespielt wurde im Schweizer System sowie in der Version Dune Imperium – Uprising inklusive der aktuellen Erweiterung Bloodlines. Dieses Turnierformat ist zwar klassischerweise eher für Duellspiele ausgelegt, stellte in unserem Fall jedoch aus Zeitgründen eine sinnvolle Lösung dar, um möglichst viele faire Begegnungen zu ermöglichen und am Ende dennoch eine*n klare*n Turniersieger*in zu ermitteln. Aus organisatorischen Gründen musste ich ein Zeitlimit festlegen und habe mich dabei am statistischen Durchschnitt von etwa 2,5 Stunden orientiert.


Zeitlimits sind bei einem Spiel wie Dune Imperium, das eigentlich auf ein vollständiges Spielende hin ausbalanciert ist, natürlich nie optimal. Zum Glück bietet das Spiel mit seinem Punkte- und Rundensystem einen Ansatz, um halbwegs fair einzugreifen: Nach Ablauf der Zeit wurde die laufende Runde noch zu Ende gespielt und anschließend ganz normal die Endwertung durchgeführt – auch dann, wenn nicht alle Runden gespielt oder die 10-Punkte-Marke erreicht wurde.


Mir war bewusst, dass dieses System Einfluss auf die gewohnten Strategien haben kann. Deshalb wurde entschieden, die Siegpunkte als Hauptwertung heranzuziehen und die Platzierung als Zweitwertung einfließen zu lassen. Ziel war es, einen zügigen Spielfluss zu fördern und Zeitspiel zu vermeiden – also Situationen, in denen mit wenigen Punkten gewonnen wird, weil Züge übermäßig lange durchdacht werden und dadurch nur wenige Runden zustande kommen. Damit sollten alle drei Partien ein Metaspiel bilden.


Gleichzeitig bot dieses System die Möglichkeit, auch dritte und vierte Plätze sinnvoll abzubilden, sodass diese Spieler*innen in den folgenden Partien weiterhin realistische Chancen hatten, vorne mitzuspielen. In vielen anderen Wertungssystemen gehen diese Platzierungen leider nahezu leer aus.


Schrägansicht eines der aktiv gespielten Spielbretter
Schrägansicht eines der aktiv gespielten Spielbretter; © YBG

Das Zeitliche segnen


Über alle Runden hinweg kam es nur zu zwei Spielenden über Zeit, die gleichzeitig nicht das normale Spielende getriggert hätten. In allen anderen Fällen wurde das Spiel nach Ablauf der Zeit regelkonform zu Ende geführt oder waren vorher schon beendet. An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an alle Spieler*innen – es gab kaum Probleme mit der Zeit oder dem Ablauf.


Der Zeitplan wurde allgemein gut eingehalten – in Summe haben wir etwa 30 Minuten überzogen. Für die Vor- und Nachbereitung wird künftig etwas mehr Puffer eingeplant.


Die Pausen haben ebenfalls gut funktioniert. Aus Budgetgründen gab es kein vollständiges Catering, sodass sich die Teilnehmer*innen selbst in der Umgebung mit Mittagessen versorgt haben. Das haben wir aber ein Stück weit kompensiert, indem wir Kuchen, Tee und Kaffee bereitgestellt haben – natürlich selbst gebacken. 😊



Nein, doch, oh!


Wie bei jedem Turnier gab es auch kleinere technische Probleme. So ist beispielsweise der Bildschirm mit der Zeitanzeige gelegentlich eingefroren, und auch bei der Erstellung der Paarungen lief nicht alles fehlerfrei. Diese Schwierigkeiten konnten wir jedoch beheben.


Auch beim Stream hat noch nicht alles perfekt funktioniert. Aber um den Streamchef Chris frei zu zitieren: „Es war ein unfassbares Learning – und das gesamte Moderationsteam hatte mindestens genauso viel Spaß wie die spielenden Teilnehmer – wir wollen mehr!“


Wie es zu einem guten Turnier fast dazugehört, gab es auch bei uns die ein oder andere Kontroverse sowie Regelfragen, die etwas Recherche erfordert haben. Beispielsweise kam die Frage auf, ob das Abzeichen auf der Startabzeichenkarte regeltechnisch auch dann genutzt werden darf, wenn explizit von einem Abzeichen auf einer Kampfkarte die Rede ist. Ebenso wurde diskutiert, ob die Matchplatzierung nicht eventuell besser als Hauptwertung geeignet gewesen wäre, oder warum in einer Folgerunde manche Spieler*innen erneut aufeinandertrafen – was sich bei fünf Tischen mit jeweils vier Spieler*innen leider nicht vollständig vermeiden lässt.


Alle Teilnehmenden nach Turnier-Ende
Alle Teilnehmenden nach Turnier-Ende; © YBG

Fazit


Alles in allem hat das dem Turnier jedoch keinen Abbruch getan. Es scheint, als hätte das gewählte Wertungssystem eine realistische Leistungstabelle erzeugt – denn die beiden Erstplatzierten gehörten zu den erfahrensten Spieler*innen im Feld und haben nach eigener Aussage rund 600 Matches hinter sich, was sich entsprechend auch im Ergebnis widerspiegelt.


Nichtsdestotrotz werde ich euer Feedback aufnehmen und vor dem nächsten Turnier unter den nächsten Teilnehmer*innen – da es diese auch betrifft - eine Umfrage zu gewünschten Änderungen starten, damit auf eure Wünsche eingegangen wird. Ein Beispiel dafür ist ein gewünschter Regeleingriff, der bereits im Vorfeld diskutiert wurde: ob es sinnvoll wäre, den Atomtoken mit ins Spiel aufzunehmen, um die Imperium-Reihe gezielt austauschen zu können. Lasst uns dazu gern eure Meinung zukommen.


Ein voller Erfolg war der Snake-Draft-Modus mit einer Bann- und einer Pick-Runde aus einem zufälligen 10er-Pool an Anführer*innen. Die Spieler*innen waren begeistert davon, welche spannenden Anführer-Konstellationen dadurch entstanden sind. Gleichzeitig hatte man weiterhin Einfluss auf die Auswahl und wurde dazu angeregt, Neues auszuprobieren. Dieses Format wird beim nächsten Mal definitiv wieder fest eingeplant werden.


Das Wichtigste noch zum Schluss: Die Stimmung war durchweg sensationell. Die meisten Teilnehmer*innen waren richtig gehyped und mit großer Begeisterung dabei. Es gab kein böses Blut – die Partien wurden fair und sportlich genommen, auch bei Niederlagen. Ich hoffe sehr, dass das auch in Zukunft so bleibt.


Bis zum nächsten Mal…


Ya Hya Chouhada!


Euer Marcel

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