Blood on the Clocktower (YOURBLOODNIGHT)
- Betti Maus
- vor 5 Tagen
- 7 Min. Lesezeit
oder auch: die neue Zeitrechnung!
Vorletzten Freitag, den 15.05.2026, war es schönerweise wieder an der Zeit, sich zur nun vierzehnten YOURBLOODNIGHT im Mika-Fit in Mickten zu versammeln.
Da wir einige Neulinge hatten – darunter einen alten Schulfreund meinerseits –, sollten wir im Laufe dieses Abends zwei Runden des Custom-Skripts „Everyone Can Play“ (von Ben Burns; Mitarbeiter des Pandemonium Institutes) spielen.

„Wie erklärst du dir, dass du gerade nicht gestorben bist?“
Patte, als unser heutiger Uhrmacher, erfuhr in der ersten Nacht, dass der Dämon und sein nächster Scherge im Stuhlkreis zwei Plätze auseinander saßen. Anna 2 wusste nun, dass sie wahrscheinlich Shari (Wahrsagerin) und Mike (Glücksspieler) vertrauen konnte, denn sie hatte als Empath von mir eine ‚0‘ gezeigt bekommen. Am Ende gab ich Shari noch zu verstehen, dass sie weder ihren Roten Hering noch den Dämon mit ihrer Wahl getroffen hatte.

In der ersten Tagesrunde wurden eher vorsichtig Informationen ausgetauscht und als meine Spieler*innen nur wenige Minuten später wieder zu mir zurückkehren mussten, wollte keine*r so wirklich in der großen Runde sprechen. Bevor sich jedoch niemand für das Gemeinwohl opferte, nominierte Mike (Glücksspieler) Patte, da dieser entgegen seiner Art nicht sitzen geblieben, sondern sogar den Kursraum verlassen hatte. Dieser hielt sich bedeckt und da er seine Information als Uhrmacher ja bereits erhalten hatte, machte es ihm nichts aus zu sterben. Er ließ sich mit unseren handgewickelten Seilen erhängen und zündete klaglos sein Lichtlein an. Ob sich wohl ein Totengräber bei ihm am nächsten Tage melden würde?
In dieser Nacht entschied sich Moritz (Dämon) für Mike, was eine gute Sache war, denn dieser hätte sich als Glücksspieler auch am bösen Team vergamblet. Praktischerweise wurden die Identitäten des bösen Teams also weiterhin vertuscht. Anna 1 (Giftmischer) wählte ihrerseits Micha (Totengräbern), was ebenfalls eine gute Sache war. Dadurch durfte ich ihm statt des Uhrmacher-Tokens den des Trunkenboldes zeigen. Dadurch blieben sowohl Micha als auch Patte weiterhin unbestätigt, denn ‚das kann ja jeder von sich behaupten‘.
Anna 2 (Empath), die in Bezug auf ihre Fähigkeit nun nicht mehr neben Mike, sondern Seb (Heilige) und Shari saß, erhielt ein zweites Mal eine ‚0‘ von mir. Unserer Wahrsagerin musste ich jetzt etwas vorschwindeln, denn sie hatte Moritz mit in ihre Wahl genommen. Glücklicherweise hatte ich heute wieder den Märchenonkel (Fabled) im Gepäck und so war das ganz legal. 😅
Franz-Joseph (Teufelsadvokat) erhob schützend seine Hand über seinen Dämon und das sollte sich ebenfalls als eine sehr gute Entscheidung herausstellen.
Am zweiten Tag kam dann Nina unauffällig zu mir, um mir ihre Künstlerfrage zu stellen. Diese bejahte ich, obwohl ich sie in der Retrospektive lieber verneint hätte. Nina war zwar nicht vergiftet worden, doch in ihrer Runde befand sich der Einsiedler, der sich ebenfalls als Dämon registrieren kann. Das wäre nämlich Esther gewesen und hätte vielleicht noch etwas von Moritz abgelenkt.
Aber da kann man nichts machen. Nach ein bisschen Diskussion stellte sich schließlich heraus, dass Moritz von sich behauptet hatte, der Uhrmacher zu sein. Damit ging er mit Patte in einen Doppel-Claim und das geht bekanntlich nicht gut aus.
Am Ende kam es, wie es kommen musste, und er landete mit den meisten Stimmen auf dem Richtblock. Sein einziges Glück? Die Maschine hatte eine plötzliche Fehlfunktion und wir gingen ohne einen Todesfall in die Nacht.
Tja, da war Franz-Joseph wohl ein kleiner Schutzengel gewesen.
In dieser Nacht entschied sich Moritz (Dämon) für Micha. Das wäre unter anderen Umständen eine gute Entscheidung gewesen, immerhin handelte es sich bei ihm um den Tortengräber. Doch in diesem Fall hatte das Spiel davon abgehangen, dass er seinen Starpass verwendete, was er leider nicht tat. Die besondere Fähigkeit des Imp: Starpass, beinhaltet, dass er sich in der Nacht selbst töten kann, um die Rolle des Dämon auf einen seiner Schergen überspringen zu lassen. Eine durchaus nützliche und starke Fähigkeit, um aus brenzligen Situationen zu entkommen.
Anna 2 (Empath) erhielt derweil ein drittes Mal eine ‚0‘ und auch Shari (Wahrsagerin) wie immer ein Kopfschütteln zur Antwort.
Am letzten Tag gab es noch ein kleines Beinahe-Aufgebot, denn Shari war sich zwar unsicher, doch für sie gab es zwei Optionen, die sie mit Anna 2 (Empath) teilte:
1) Sie ist betrunken oder war zwischendurch vergiftet und jedes Kopfschütteln muss angezweifelt werden.
2) Ihre Informationen stimmen und dann sind nur noch zwei Personen (abgesehen von den Toten) und davon eine ganz besonders verdächtig: Seb!
Das hätte eine Menge Trubel ins Spiel gebracht, da er die Heilige war und unter keinen Umständen am Tag exekutiert werden durfte. Doch sie teilte ihre Bedenken nicht mit der großen Runde und da Moritz mehr als verdächtig dastand, fiel meinem Dorf die Wahl leider nicht besonders schwer.
Mit lautem Trubel sprühten die bunten Funken dem guten Team zum Sieg und sodann begannen die Vorbereitungen für Runde 2.

Das Massensterben in Rabenholz
Nicht lange nach Ende der ersten Runde fand sich meine Gruppe wieder im Sitzkreis ein und nachdem jede*r einen Token bei mir in der Umkleide gezogen hatte, ging es auch schon weiter. Seb musste uns leider schon etwas eher verlassen, weswegen er seinen Platz fließend mit Johan tauschte und sich mitten in der ersten Nacht von uns verabschiedete.
Alex wusste nun, dass es sich bei Moritz um den Rabenhüter handelte, war dieser doch sein geliebtes Enkelkind. Anna 1 (Empath) – vermutlich das (höchstens!) zweite Mal ‚gut‘, seit wir dieses Spiel gemeinsam spielen 😅 – zeigte ich eine ‚0‘ und Johan, seines Zeichens Uhrmacher, erhielt eine ‚1‘ von mir.

Am Tag sprach sich dann Johan dafür aus, sich für die Gemeinschaft hinrichten zu lassen, allerdings ohne sich und seine Informationen groß zu offenbaren. Da sonst keiner von meinen Bürgern bereit war, sich zu opfern, mussten wir Johan so lange beim Risiko-Spielen (zu fünft) zusehen, bis ihm das Blut aus den Ohren zu laufen begann und Anna 2 ihn schließlich mit einem spitzen Holzpflock erlöste.
Ihn und uns – wenn man ehrlich ist.
Und damit ging es nach laaanger Langeweile auch schon wieder in die Nacht: Patte (Dämon) tötete Alex (Großmutter), den das zum Glück nicht allzu sehr stören sollte. Esther (Glücksspieler) überprüfte Anna 1 und blieb uns schönerweise noch ein wenig erhalten. Dieser zeigte ich noch immer eine ‚0‘ und um Mike (Trunkenbold/Totengräber) in Sicherheit zu wiegen, durfte er den Uhrmacher-Token begutachten.
Am Tage wurde viel diskutiert und sogar Micha (Dämonenjäger) erhob seine Stimme, um seine Fähigkeit zu verwenden und auf Anna 2 (Bürgermeister) zu schießen. Shari wollte er für diesen Move lieber nicht riskieren, denn als Einsiedler hätte sie tatsächlich daran sterben können. Da sich mein Dorf nicht einig war, stellte er sich anschließend auch freiwillig zur Wahl, da er ‚entbehrlich‘ geworden war.
Wieder einmal wurde es Nacht und Patte (Dämon) entschied sich sogleich dafür, Anna 1 (Empath) zu töten. Im selben Atemzug überprüfte Esther (Glücksspieler) Mike, was bei ihr leider einen plötzlichen Herzinfarkt auslöste. Zusätzlich wählte Franz-Joseph (Meuchelmörder) noch Anna 2 (Bürgermeister) aus. Hier kam es zu einem kleinen Fehler meinerseits: der Bürgermeister kann beim Angriff des Dämons überleben und den Tod auf einen anderen Mitspieler reflektieren, allerdings nicht beim Meuchelmörder. Diese Regel beachtete ich leider nicht, weswegen ich stattdessen Shari (Einsiedler) opferte. Das wurde auch am Tage beraten, doch ich entschied mich das Ganze erst am Ende des Spiels aufzulösen – die bessere Entscheidung, wie ich finde.
Mike zeigte ich eine weiteres Mal die Wahrheit, denn er vertraute Micha und mir erschien es nicht ratsam zu sein, seine Position in Frage zu stellen.

Tagsüber stieg dann die allgemeine Panik, denn ich musste verkünden, dass ganze drei Spieler*innen in dieser Nacht verstorben waren – das ist tatsächlich eher ungewöhnlich, zumal auch zwei stärkere Rollen darunter gewesen waren.
Da Esther mit ihrem Gamble offensichtlich nicht erfolgreich war, blieb für Mike nur ein logischer Schluss übrig: er musste der Trunkenbold sein!
Ich war ein bisschen enttäuscht, dass die eine Hälfte meiner Spieler*innen das sofort glaubte und Patte erst eine ‚Hetztirade‘ starten musste, um daran zu erinnern, dass er auch immer noch böse sein konnte.
Micha vertraute Mike und sprach sich lautstark für ihn aus, weswegen man sich dafür entschied, ihn fürs Erste am Leben zu lassen. Stattdessen stürzte man sich auf Nina (Scharlachrote Frau), die in der großen Runde die Wahrsagerin geclaimt hatte. Sie hatte sich sogar Fake-Notizen zurechtgelegt, um Patte unauffällig zu entlasten. Um seine Mitschergin zu beschützen, offenbarte Franz-Joseph der Gruppe, dass in der Hälfte rechts von ihm der Dämon sitzen musste. Er hatte für sich den Künstler als Bluffrolle gewählt, doch da er links von Shari (Einsiedler) saß, war seine Information ohnehin als nichtig zu erachten.
Nach weiteren Diskussionen verabschiedeten wir uns dann von unserer ‚Wahrsagerin‘ und gingen in die nächste Nacht.
In dieser tötete Patte (Dämon) schließlich Anna 2, denn ein weiteres Mal wollte ich den Bürgermeister-Kill nicht abprallen lassen. Ansonsten blieb mir nur, Mike (Trunkenbold/Tortengräber) den Wahrsager-Token zu zeigen, denn wer war ich denn, mein rotes Team auflaufen zu lassen? Er quittierte es mit einem schiefen Grinsen und schlief kopfschüttelnd wieder ein.
Tagsüber stellte mein Dorf erschrocken fest, dass es von ihnen nur noch vier lebende Spieler*innen gab – mindestens einer davon musste böse sein, wenn nicht sogar mehr. Wieder tobte die Debatte über Mike, die Patte anheizte und angeregt mit Micha führte. Johan warf ein, dass Franz-Joseph viel zu ruhig sei und sogar vor sich hin lächle. Alex gab vor dem Dorf bekannt, dass er die Großmutter gewesen war und Moritz (Rabenhüter) sein Enkelkind, dessen Rolle er aber nicht weiter benennen wollte.
Geoutet sah es so aus:
1) Mike als vermutlicher Trunkenbold/Totengräber (korrekt).
2) Moritz war noch unbekannt, aber vertrauenswürdig.
3) Patte bluffte den Mönch und hatte sich natürlich Notizen gemacht.
4) Franz-Joseph, der sich als Künstler ausgegeben hatte und nun erstaunlich still war.
Micha sprach sich für Franz-Joseph aus, da er Mike weiterhin vertraute und ihm Patte zu offensichtlich ‚sus‘ erschien. „Der lenkt doch von seinem Dämon ab!“
Auf diesen Zug sprang Johan mit auf und am Ende sammelte unser Meuchelmörder die meisten Stimmen, weswegen wir ein letztes Mal in die Nacht gingen.
Im Schutz der Dunkelheit tötete Patte (Dämon) Moritz, wodurch er kurz vor Ende des Abends seine Fähigkeit verwenden durfte. Neugierig betrachtete er den Imp-Token und bekam somit bestätigt, dass es sich von Anfang an um Patte gehandelt haben musste. Mike weckte ich schon gar nicht mehr, denn natürlich hätte ich ihm den Künstler gezeigt, was denn auch sonst?

Der letzte Tag begann noch schneller als die Nacht verlaufen war, denn nun lebten nur noch Patte (Dämon) und Mike (Trunkenbold/Totengräber). Patte war zwar nun offiziell bestätigt, doch da nur noch zwei Spieler*innen am Leben waren, gewann das rote Team mit einem lauten Jubelruf.
Ich gab laut die einzelnen Rollen und besonderen Vorgänge bekannt und schon begannen die lauten Gespräche, die immer nach ein oder mehreren Runden Blood on the Clocktower entbrennen.
Und so beendeten wir den Abend mit einem laut diskutierten Unentschieden. Damit ging auch diese YOURBLOODNIGHT wieder einmal zu Ende und ich freue mich schon sehr auf unsere nächsten Runden im Juni! (und natürlich auch beim YOURBOARDSUMMER, bei dem ich auch die ein oder andere Runde leiten werde :3)
Abschließend bleibt nur noch: Vielen lieben Dank fürs Lesen und Mitspielen!
Bis zum nächsten Mal!
(Anmerkung d. Redaktion: Rollen wurden entsprechend der Gender-Bezeichnungen im Spiel beibehalten, was jedoch nicht unkritisch gegenüber den Spieleentwickler*innen zu erachten ist.)



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