Blood on the Clocktower (YOURBLOODNIGHT/YOURBOARDCON)
- Betti Maus
- vor 1 Tag
- 14 Min. Lesezeit
oder auch: Betti war mal wieder zu nah an einer Kirche
‚Letztes‘ Wochenende (20.-23.02.2026) war es nach einer diesmal nicht ganz so langen Durststrecke wieder an der Zeit, sich in Liebethal zur sechsten YOURBOARDCON zu versammeln; meine vierte bisher (ob wir wohl auch noch in den Rang der OGs aufsteigen werden?).

Wer sich ein bisschen mit der Bubble der YOURBOARDGAMERS auskennt, der weiß vermutlich, was das für mich bedeutet: Blood on the Clocktower leiten, was denn auch sonst. 😅
Und so sollte es auch dieses Mal wieder drei (theoretisch sogar vier) Runden geben, die sich über das Wochenende verteilen würden. Samstag sogar in einem kleinen Anbau der Kirche, die sich quasi direkt neben unserer Herberge befand. Der Preis für dieses besondere Ambiente bestand nur darin, dass wir von außen vorzugsweise einem kleinen, aber sehr christlichen Bibelkreis ähneln sollten. Nicht, dass sich noch jemand der Einwohnenden über unsere heidnischen Rituale beschweren mochte.
„Hier sagen doch alle immer nur die Wahrheit, oder nicht?“
13 Spieler*innen hatten sich für die erste Runde angemeldet und obwohl ich ungefähr die Hälfte von ihnen bereits aus vorherigen Runden (z. T. bei der letzten Con) kannte, war es doch für die andere Hälfte eine dezent verrückte Erstpartie.
Für den Abend hatte ich wieder eine Art kleines ‚Special‘ geplant: wir würden das erste Mal "Sects and Violets" spielen (eines der beiden fortgeschritteneren Basisskripte). Das würde auch für mich das erste Mal werden, aber zum Glück habe ich ja immer sehr liebe Mitspieler*innen, die sich nicht an meinen kleinen Fehlerchen stören, hehe.
Doch beginnen wir am Anfang: bei einer Partie "Everyone Can Play".
Lars, der heute unseren betrunkenen Uhrmacher spielen sollte (und zusätzlich auch noch vergiftet war), erfuhr in der ersten Nacht, dass der Dämon und sein nächster Scherge einen Platz auseinander sitzen mussten. Eine kleine Lüge meinerseits. Andrea (Empath) zeigte ich eine ‚1‘, denn durch Thomas – unseren Teufelsadvokaten – saß sie nicht zwischen zwei guten Bürgern. Leider wählte dieser sich selbst aus, was ihm noch in den Hintern beißen sollte. Aber dazu später mehr.
Robert (Wahrsagerin) erhielt ein ‚Nein‘, während Julia in Anne (Totengräber) ihr Enkelkind erkannte. Das waren die Informationen der ersten Nacht und sollte damit fürs Erste für genug Gesprächsstoff sorgen. Besonders unter meinen verkleideten Spieler*innen; ebenfalls ein kleines Novum für mich.

In der ersten Tagesrunde wurden wie immer eher vorsichtig Informationen untereinander ausgetauscht und lustigerweise konnte man durch die riesige Fensterfront die verschiedenen Grüppchen auf dem Friedhof beobachten.
Wenige Minuten später kehrten meine Spieler*innen zu mir zurück und Lars gab laut seine Information kund und ließ sich anschließend von seinen Mitbürgern hinrichten. Schnell und sauber, wie es sich für einen wahren Handwerker ziert.
In dieser Nacht entschied sich Inga (Dämon) dafür, Andrea (Empath) zu ermorden, die sich vielleicht etwas zu eifrig auf dieses Spiel vorbereitet hatte. Immerhin war sie es gewesen, die sich am Tage mit den verschiedensten Leuten zu Zweiergesprächen verabredet hatte – das schien unserem Imp zu gefährlich geworden zu sein, zusätzlich zu ihrer durchaus starken Rolle. Anne (Totengräber) offenbarte ich Lars‘ Rolle als Trunkenbold und Robert erriet mit seiner Wahrsagerinnenwahl, dass es sich bei Inga um unseren Dämon handeln könnte.
Diesmal drehte sich das allgemeine Gespräch um Thomas und seine Bluffrolle als Narr – beziehungsweise um den Doppelclaim, den er sich mit Diren, dem echten Narren, teilte. Ich muss allerdings vor ihm meinen Hut ziehen, denn auch wenn man sich am Ende gegen ihn und für Diren entschied, so wurde er doch niemals müde zu betonen, dass er der Narr und nichts anderes war (so soll man das auch machen, aber leicht ist das keinesfalls).
Leider hatte er sich in der ersten Nacht als Teufelsadvokat selbst gewählt, weswegen er für diesen Tag jemand anderen hatte wählen müssen und deshalb nicht vor seiner eigenen Hinrichtung geschützt war. Und so kam es, wie es kommen musste und ein weiteres Mal ging es in die Nacht.
Im Schutz der Dunkelheit wählte Inga sich selbst, da sie Robert (Wahrsagerin) bereits im Nacken spüren konnte. Ich übergab Steve den Staffelstab, der als ehemaliger Baron nur unwillig das Gesicht verzog. Es scheint beinah so, als wäre der Dämon keine besonders beliebte Rolle. 😅
Anne zeigte ich wahrheitsgetreu den Teufelsadvokaten, was ihre Verwirrung nur befeuerte. War er wirklich böse? War sie vielleicht vergiftet worden oder sogar selbst der Trunkenbold, den sie doch bei Lars gesehen hatte? Sascha vergiftete Diren, in der Hoffnung, unseren echten Narren doch noch auf den Richtblock zu schicken und mit einem einzigen Axthieb hinzurichten – denn wenn der Narr beim ersten Versuch stirbt, ist er dann wirklich der Narr?
Tagsüber stellte sich Sascha (Giftmischer) dann freiwillig zur Wahl und sammelte genügend Stimmen, um sich von den Lebenden zu verabschieden. Allerdings nicht ohne zu verkünden, dass man Thomas als Narren auch hätte vergiftet haben können: ein Play, das er selbst ursprünglich für diesen Tag geplant hatte. Das war auf der einen Seite gut, weil ihm das Dorf vertraute, andererseits …
Ich schätze, Steve war das nicht besonders recht, blieb er nun als einziger Überlebender aus Team Rot übrig. Unter den restlichen Bürgern war die Verwirrung groß und meine Besorgnis stieg langsam, da sich Patrick bisher noch nicht als Heilige geoutet hatte. Würde man ihm noch glauben, wenn er schließlich doch noch seine Rolle offenbarte, oder würde man es für eine Bluffrolle des Dämons halten?
In der Nacht entschied sich Steve (Dämon) für Robert (Wahrsagerin), der ihm mit seiner Fähigkeit durchaus noch hätte gefährlich werden können.
Anne (Totengräber) zeigte ich noch den Giftmischer-Token, der ihr in ihrer Verwirrung wenig half, und mehr gab es mittlerweile nicht mehr für mich zu tun. Uns gingen allmählich die lebenden Spieler*inn aus und wir hatten noch immer Großmutter und Enkelkind unter uns – eine gefährliche Kombination.
Am Tag wurde heftig diskutiert, doch Steve hielt sich erstaunlich bedeckt und auch die anderen Spieler*inn schienen ihn noch nicht auf ihrem Radar zu haben. Glück für ihn, Glück für mich.
Stattdessen geriet Tim (Rabenhüter) mitten ins Gefecht und konnte sich aufgrund mangelnder Informationen nicht vor seiner eigenen Hinrichtung bewahren. Also verabschiedeten wir uns von ihm und gingen ein letztes Mal in die Nacht.

Als sein letztes Opfer wählte Steve Anne (Totengräber), wodurch sie ihre Großmutter mit in den Tod riss. Tanja (Mönch) hatte sich zuvor entschieden, Julia zu beschützen, doch das konnte sie nicht vor ihrem gebrochenen Herzen bewahren. Damit mussten wir uns sogar von zwei Spieler*innen verabschieden und es blieben nur noch vier Lebende übrig.
Schlussendlich entschied sich das Dorf dafür, Steve zu richten, wobei man sich erst noch sehr unsicher war, ob man Patrick (Heilige) glauben konnte. Die Gruppe wog ab, wer von den Beiden vertrauenswürdiger wirkte, und da die lauteren Stimmen nach unserem ehemaligen Baron schrien, ging diese Runde an das gute Team (1:0).
Große Verwirrungen und kleine Fehler
Für die zweite Runde, mein kleines ‚Special’ ("Sects and Violets"), hatten sich ebenfalls ganze 13 Spieler*innen angemeldet und diesmal kannte ich tatsächlich alle von Anfang an. Voraussetzung für diese Partie war, dass man Trouble Brewing bereits ein ganzes paar Mal gespielt haben sollte. Und im Laufe der Runde(n) sollte sich noch zeigen, warum das so wichtig war.
Zuerst weckte ich Ron (Grubenweib), Stefan (Hexe) und Jakob (Cerenovus). Den drei Schergen zeigte ich Bianca, eine Freundin von Meggy, als ihren Dämon (Fang Gu). Dann gab ich Johan die Möglichkeit, sich eine neue Rolle zu wählen, was ihm als Philosoph offen stand – doch er behielt sich vor, seine Fähigkeit erst später zu benutzen. Meggy (Schlangenbeschwörer) deutete bis zum Ende dieser Runde auf ihr Gegenüber, da sie nun mit ziemlicher Sicherheit wusste, dass es sich dabei nicht um den Dämon handeln konnte. Danach durfte Stefan noch jemanden mit seiner Fähigkeit verfluchen und wählte Marcel (Schneiderin), der seinerseits seine Fähigkeit noch etwas aufsparen wollte. Jakob entschied sich derweil, Vanessa (Mathematikerin) als Orakel besessen zu machen, und Anne (Uhrmacher) erfuhr, dass der Dämon und sein nächster Scherge nebeneinander sitzen mussten. Zum Abschluss zeigte ich Vanessa noch eine ‚0‘, da bisher jede Fähigkeit einwandfrei funktioniert hatte. Das war eine der längsten Nächte meiner Storyteller-Karriere und es sollte bei weitem nicht die einzige bleiben. 😅
Am ersten Tag waren alle mehr als verwirrt und verstreuten sich erstmal in kleinen und großen Grüppchen über den bereits dunkel gewordenen Friedhof. Das war von innen wirklich interessant zu beobachten, muss ich sagen. Dann, nachdem meine Spieler*innen zu mir zurückgekehrt waren, begann die große Jonglage; um den wahren Jongleur zu beschützen, meldeten sich gleich 5 (!) Leute, deren Wahl ich natürlich artig aufschrieb, um selbst keine Hinweise zu geben. Lars, unser tatsächlicher Artist, riet folgende Namen und deren mögliche Rollen: Mike (Blumenmädchen), Vanessa (Mathematiker), Johan (Künstler) und sich selbst als Jongleur. Im Anschluss daran gab es vereinzelte Nominierungen, die einem möglichen Marktschreier oder Blumenmädchen weiterhelfen sollten – allerdings ohne dabei wirklich jemanden hinzurichten (zum Leidwesen meinerseits).
Und damit ging es auch schon wieder in die Nacht: Bianca erwählte Vanessa (Mathematiker) zu ihrem ersten Opfer, die ihr vielleicht am Tage etwas zu lautstark gewesen war. Johan entschied sich dafür, sein Dasein als Philosoph zu beenden und übernahm die Fähigkeit der Weisen, die es tatsächlich bisher nicht im Spiel gegeben hatte. Meggy (Schlangenbeschwörer) wählte ihr vorheriges Opfer erneut, um nicht versehentlich der neue Dämon zu werden. Ganz im Gegensatz zu Stefan (Hexe), der nun Mike verfluchte und Jakob (Cerenovus), der nun Johan davon überzeugte, ein anderer zu sein. Dann geschah etwas, mit dem ich nun gar nicht gerechnet hatte: Ron (Grubenweib) verwandelte Nadine (Liebchen), die zuvor unser einziger Außenseiter gewesen war, in den Künstler. Ursprünglich war dies eine der drei Bluffrollen, die ich dem bösen Team mitgegeben hatte – Nadine dachte allerdings, ich hätte sie nur ‚ceremad‘ gemacht, was sich erst nach dieser Partie herausstellen sollte. 😅
Mike (Blumenmädchen) erfuhr, dass der Dämon in eine der vier Nominierungsrunden mitgestimmt hatte, und Micha (Orakel), dass es unter den (bzw. in diesem Fall der) Toten keine bösen Spieler*innen gab.
Marcel (Schneiderin) sparte sich seine Fähigkeit weiterhin auf und Lars durfte ich offenbaren, dass er drei von vier Leuten richtig jongliert hatte (eine ziemlich gute Quote, wie ich finde).

Am nächsten Tag wurde sich wieder auf dem Friedhof verstreut und ich konnte beobachten, wie sich die Informationen verbreiteten. Lars konnte nun relativ offen mit seinem Wissen umgehen und ich beobachtete Johan aufmerksam, ob er seine Rolle als Marktschreier (besessen) auch überzeugend spielte. In der großen Runde nominierte Mike (Blumenmädchen) dann Johan und starb überraschenderweise an einem Herzinfarkt – immerhin war er ja des Nachts verflucht worden. Das führte allerdings mit dem, was die Gruppe wusste oder gar zu wissen glaubte, dazu, dass Meggy Bianca (Fang Gu/Dämon) nominierte. Sie kannte ihre Freundin leider zu gut und damit sprühte es Mal wieder bunte Funken für mein blaues Team.
Da die Runde im Großen und Ganzen eher kurzer Natur gewesen war (ich hatte vermutlich mehr Spielzeit als meine Spieler*innen 😅), blieben mir zehn wackere Spieler*innen für eine zweite Partie erhalten. Mein Kopf war zwar schon ziemlich am Rauchen, doch ich kann nicht behaupten, dass es nicht auch unsagbar unterhaltsam gewesen war. Nun sollten sich aber doch der ein oder andere Fehler mit einschleichen, was uns den Spielspaß aber zum Glück nicht zerstörte. 🥲 hehe
„Ein richtiger Zirkus hier.“
Unser neuer Dämon, der Vortox, sollte mir noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Aber hey, wer nicht wagt, kann ja auch nicht gewinnen.
In der ersten Nacht weckte ich Meggy (Hexe) und Jakob (Cerenovus) und zeigte ihnen ihren Dämon: Lars (Vortox). Dann gab ich Stefan als Philosophen die Möglichkeit, eine neue Fähigkeit zu wählen, die er fürs erste jedoch ausschlug. Anne (Uhrmacher) zeigte ich erst wahrheitsgemäß eine ‚1‘ und musste mich dann doch noch auf eine ‚2‘ korrigieren, denn ich hatte kurz vergessen, was die besondere Fähigkeit des Vortox ist. Für diejenigen, die das nicht wissen oder ebenfalls vergessen haben: beim Vortox muss jede Information falsch sein. Muss, nicht darf, nun ja. Als letztes zeigte ich Johan (Mathematiker) noch eine ‚0‘, was sich bis zum Ende der Partie nicht mehr ändern sollte.
Am Tag herrschte wie üblich eine allgemeine Verwirrung, die Mike (Künstler) nutzte, um mir seine Frage zu stellen. Da er (online) bereits ein wenig Erfahrung mit den möglichen Dämonen aus "Sects & Violets" gesammelt hatte, grinste er ziemlich breit dabei: „Ist in dieser Welt 1+1 gleich 2?“, was ich lächelnd verneinen musste.
Nachdem meine Spieler*innen wieder zu mir zurückgekehrt waren, verkündete Mike lautstark, dass es sich um ein Vortox-Spiel handelte und sie jemanden exekutieren mussten, um nicht zu verlieren – eine weitere Fähigkeit dieses speziellen Dämons. Fun Fact: in so einer Partie kommt dann auch zum Einsatz, dass man auch tote Spieler*innen exekutieren kann (ergibt in einer normalen Runde Trouble Brewing nur keinen Sinn). Zusätzlich musste natürlich auch jongliert werden, auch wenn es eigentlich keinen gab, da es sich dabei um eine der Bluffrollen handelte. Das hielt meine Spieler*innen aber nicht davon ab, dass sich sechs (von zehn!) von ihnen dazu bereit erklärten ein wenig Zirkusarbeit zu leisten. Zwei davon sogar aus unserem bösen Team, da Jakob (Cerenovus) den Jongleur später für sich claimen sollte.
Bevor er die Welt der Lebenden hinter sich ließ, nominierte Mike noch Vanessa und starb dann artig, da seine Fähigkeit bereits genutzt worden war. Hierbei kam es zu einem weiteren Fehler meinerseits, denn in meinem Kopf hatte Lars bei keiner der beiden Nominierungen mit abgestimmt.
In unserer zweiten Nacht entschied sich Stefan (Philosoph) dafür, die nun frei gewordene Rolle des Künstlers anzunehmen. Das war ein lustiger Umstand, denn Jakob (Cerenovus) sorgte weiter munter dafür, dass er auch noch davon besessen war, der Künstler zu sein. Meggy (Hexe) verfluchte derweil Johan und Lars (Vortox/Dämon) entschied sich dafür, Micha, unseren Marktschreier, zu töten. Da in meiner Welt Lars bei Tag nicht mit abgestimmt hatte, nickte ich für Bianca (Blumenmädchen) mit meinem Kopf und gab Vanessa (Orakel) zu verstehen, dass es bereits böse Verstorbene gab. Zum Abschluss zeigte ich Johan wieder eine ‚0‘ und war mir fürs erste keiner Schuld bewusst.
Am nächsten Tag wurde nun klarer, wie man mit den Informationen in diesem Spiel umgehen musste: Ja/Nein musste ins Gegenteil verkehrt werden und Zahlen konnte man nicht vertrauen. Da Mike bereits tot war, konnte er leider niemanden nominieren. Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, seine Theorien mit als Lautester zu verkünden – dank Stefan (zweiter Künstler) war man sich auch immer noch nicht hundertprozentig sicher, ob man ihm wirklich glauben konnte. Später nominierte Bianca (Blumenmädchen) Vanessa und Vanessa Lars (Vortox/Dämon). Hier kam es zu einem kleinen Fehler meinerseits: verflucht war eigentlich Johan, aber in meinem bereits rauchenden Schädel brachte ich das leider durcheinander und damit starb unser armes Orakel an einem Schlaganfall. Tatsächlich war sie das Opfer der vorherigen Nacht gewesen, aber das fiel mir erst auf, als ich später wieder einen Blick in mein Grimoire werfen sollte. Da mein Dorf noch etwas verstört von dem plötzlichen Verlust war, entschied man sich, keinen der Lebenden zu opfern, und man verabschiedete sich einfach ein weiteres Mal von Vanessa (doppelt tot ergibt immer noch tot).
In der nächsten Nacht verfluchte Meggy (Hexe) ein weiteres Mal unseren verwirrten Mathematiker, der sich bisher eher wenig geäußert hatte und wieder eine alles und nichts sagende ‚0‘ von mir erhielt.
Jakob (Cerenovus) lachte sich lautlos ins Fäustchen, als er erneut Stefan für sich auserwählte und für den Künstlerbesessenen und mich wurde das ganze bereits zu einem kleinen wie lustigen Ritual. 😅
Lars entschied sich diesmal für Bianca (Blumenmädchen), was meine Aufgaben ein wenig erleichterte und nur noch sechs Überlebende in unserem kleinen Dörfchen zurückließ.
Am Tag wurden die Phasen nun immer kürzer und Stefan (Philosoph/Künstler) kam auf mich zu, um mir seine Frage zu stellen, ob es sich bei dem Dämon um einen Mann handelte. Das verneinte ich, musste ich doch immer lügen, und beobachtete schmunzelnd, wie meine Schützlinge mal wieder über den dunklen Friedhof wanderten.
Wieder bei mir angekommen, nominierte Stefan Lars, was leider nicht genug Stimmen zusammenbekam, und Johan Anne (Uhrmacher). Unser Mathematiker erlitt einen ebenso schweren wie schnellen Herzinfarkt und da er lautstark argumentierte, stellte man unseren Meister der Zeit auf den Richtblock – im Nachhinein betrachtet wollte Anne nicht offenbaren, dass ich ihr am Anfang der Partie vermutlich die wahre Zahl genannt und mich später korrigiert hatte (eine äußerst nette Geste, die ihr allerdings nichts als den Tod einbrachte).
Damit blieben noch vier lebende Spieler*innen übrig, drei davon im roten Team. Lars (Vortox/Dämon) tötete Stefan ohne viel Federlesen, während auch seine Schergen all ihre Mächte auf dem armen Philosophen vereinten. Am Ende dieser kurzen Nacht verkündete ich ihren Sieg, denn obwohl es noch drei Spieler*innen gab, würde ja keiner von ihnen den jeweils anderen an den Pranger stellen.
Chapeau! 2:1 für Team Gut.
Und adieu mein Gehirn, das sich nach diesen zwei Partien erstmal in Wohlgefallen auflöste – man muss vermutlich nicht erwähnen, dass ich danach nur noch einfache Partyspiele wie z. B. Hot Streak spielte (zumindest für diesen Abend). 😅

Sascha, der Meister der Meta
Diese Partie stand für eine gewisse Zeit auf der Kippe (lustigerweise wie beim letzten Mal 😅), doch ich kann mit Stolz verkünden, dass sich am Ende ganze zwölf Spieler*innen für die dritte/vierte und letzte Runde angemeldet hatten – das sind deutlich mehr, als ich am Anfang gedacht hätte. Zwei meiner eifrigen Spieler*innen hatten bisher wenig bis gar keine Erfahrungen mit Blood on the Clocktower, weswegen wir ein weiteres Mal "Everyone can play" (von Ben Burnes; Mitarbeiter des Pandemonium Institutes) spielten.
Da für mich auch schon Sonntag war, ich am Tag zuvor mein Gehirn mit "Sects & Violets" zerschossen und viel zu wenig geschlafen hatte (mein Schlafkontingent scheint mit jeder Con ein wenig zu sinken), sollte es zu einem kleinen Fehlerchen kommen. Aber das war glücklicherweise nicht so schlimm, da es den Spielfluss nicht allzu sehr störte und meine Mitspieler*innen mir das Ganze nicht krumm nahmen.
Sascha (Bibliothekar) erfuhr in der ersten Nacht, dass entweder Johan (Künstler) oder Lars der Trunkenbold sein mochten – dass es in diesem Fall Johan war, sollte sich erst später für die Gruppe ergeben. Ronny, als unser Empath, erhielt eine ‚1‘, denn neben ihm saß Mario (Meuchelmörder). Doch auf der anderen saß Chris (Großmutter), der in ihm sein teures Enkelkind erkannte.
Am Ende zeigte ich Lars (Uhrmacher) noch eine weitere ‚1‘, schließlich saßen Nadine und Vanessa direkt nebeneinander.
Tagsüber offenbarte sich Sascha direkt und ließ sich ohne viel Federlesen hinrichten, während der Rest noch eher verschlossen blieb. Was sie nicht wussten: es handelte sich um eine Falle seinerseits, denn er wollte dadurch herausfinden, ob es einen echten Totengräber gab oder ob es sich dabei um eine Bluffrolle handelte. Er hatte bereits Nadine (Dämon) im Verdacht, denn sie hatte ihm wohl zu auffällig „Nicht der Dämon!“ gesagt. Zu ihrem Leidwesen hatten das alle zuvor ausgerufen, die mich in meiner Kabine besucht hatten, um ihren Token zu ziehen und so war es nur sinnvoll gewesen auf diesen Zug mit aufzuspringen.
In der zweiten Nacht entschied sich Nadine für Seb (Narr), wodurch sich in dieser Nacht leider niemand den Toten anschloss, denn auch Mario (Meuchelmörder) entschied sich dafür, seinen Schuss noch aufzusparen. Mike (Glücksspieler) erwählte Mario (Bürgermeister) und da er mir die richtige Rolle zeigte, durfte auch er eine weitere Nacht überleben. Da mir nichts anderes übrigblieb, musste ich Ronny ein weiteres Mal eine ‚1‘ zeigen, und damit ging es in den nächsten Tag.

Am nächsten Tag musste ich dann verkünden, dass tatsächlich niemand von ihnen verstorben war, und das verwirrte wiederum alle. Hatte der Dämon niemanden gewählt (bzw. einen Toten)? Wurde jemand von einem Mönch geschützt? Oder wurde der Narr gewählt, den es mit Seb ja tatsächlich gab?Johan (Trunkenbold) stellte mir seine Künstlerfrage, die ich mit dem Gegenteil beantwortete – er war sich bereits nicht mehr sicher, ob er mir vertrauen konnte, hatte er doch bereits mit Sascha gesprochen.
Lars offenbarte sich in der großen Runde als Uhrmacher und teilte seine Information mit der Gruppe: der Dämon und sein nächster Scherge mussten direkt nebeneinandersitzen. Doch damit Saschas Plan aufgehen mochte, musste jemand exekutiert werden, dessen Rolle noch nicht offen verkündet worden war. Chris (Großmutter) sprang auf diesen Zug mit auf und ließ sich freiwillig hinrichten, denn sein Tod war mittlerweile gut zu verschmerzen – seine Information Ronny betreffend hatte er ja bereits erhalten.
Nachts tötete Nadine (Dämon) sich dann selbst, denn sie hatte den Totengräber geblufft und war von Saschas Trick verschreckt worden. Leider übergab ich dann Mario (Meuchelmörder) den Staffelstab, in der Hoffnung, dass Vanessa ihn als Giftmischer besser unterstützen mochte. Das war vermutlich die falsche Entscheidung, aber das kann man leider nicht immer vorher absehen. Diese vergiftete klugerweise unseren Empathen, dem ich nun eine ‚0‘ zeigen konnte. Leider geschah mir nun ein kleines Malheur, denn ich vergaß, unseren werten Glücksspieler zu wecken.
Am Tag kam dann Mike (Glücksspieler) auf mich zu und er durfte mir in einer Privataudienz seine Wahl vorstellen: Johan als Künstler. Tja und dafür musste ich ihn leider töten. Um meinen Fehler direkt auszubügeln, lief ich laut rufend durch die Herberge, dass Mike ebenfalls in dieser Nacht gestorben war.
Von jetzt an stand fest, dass es sich bei Johan um den Trunkenbold handeln musste, und mein Dorf ging davon aus, dass man seine Information einfach nur umdrehen musste. Das bedeutete, dass sich der Dämon vermutlich zwischen Chris und Seb befinden musste. Chris war bereits tot und stand für sein Enkelkind Ronny (Empath) ein. Über die beiden Marios wusste man nicht viel, aber da Mike zumindest einen von ihnen als Glücksspieler überprüft hatte, wurde die Luft um unseren anderen Mario (Meuchelmörder/Dämon) allmählich dünner. Ich gebe nochmal offen zu, die bessere Wahl wäre vermutlich Vanessa (Giftmischer) gewesen. Doch ich hoffte, dass sie mit ihrer Rolle noch mehr für Unwissen sorgen würde, und fürchtete, dass Sascha mit der Uhrmacher-Eins als nächstes auf sie gehen würde. Letztendlich kam es, wie es kommen musste: Mario wurde vom Rest des Dorfes gelyncht und qualvoll auf dem Scheiterhaufen verbrannt, allerdings mit ein paar hübschen bunten Funken!
Und damit steht es 3:1 – für das gute Team – für die 6. Con, eine ganz gute Bilanz, wie ich finde. Mal sehen, wie es beim nächsten Mal aussehen wird.
Wie immer bleibt mir nur zu sagen: vielen lieben Dank! Für die Con, für meine tapferen Spieler*innen und dafür, dass ich nun seit über einem Jahr Teil dieser Community sein darf. Es ist toll, euer designierter Storyteller sein zu dürfen – auch wenn es mittlerweile die ein oder andere Konkurrenz geben könnte. Aber meinen Platz gebe ich nicht ab, hehe 😅 auch wenn ich liebend gerne mit euch über dieses Spiel fachsimple und diskutiere (man lernt schließlich nie aus).
Und damit wünsche ich euch eine gute Zeit bis November und hoffe, ich sehe so viele wie möglich von euch zur YOURBLOODNIGHT oder aber zum Sommerevent in Dresden.
(Anmerkung d. Redaktion: Rollen wurden entsprechend der Gender-Bezeichnungen im Spiel beibehalten, was jedoch nicht unkritisch gegenüber den Spieleentwickler*innen zu erachten ist.)


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