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Blood on the Clocktower (YOURBLOODNIGHT)

oder auch: die drei Künstler von Pharloom

Am 23.01.2026 war es nun endlich wieder an der Zeit, sich im Mika-Fit zur mittlerweile elften YOURBLOODNIGHT zu versammeln; die allererste für dieses noch relativ junge Jahr.

Schlussendlich trudelten zehn Spieler*innen bei mir ein, die sich für die ein oder andere Partie verpflichten sollten. Leider war diesmal kein flauschiger Begleiter unter ihnen, doch das sollte unsere Motivation in keinster Weise trüben – besonders nicht, wenn man mir vor Beginn Geschenke macht. Und auch in diesem kleinen Bericht muss ich nochmal ganz herzlich Danke sagen, denn obwohl wir Weihnachten bereits hinter uns gelassen hatten, erhielt ich ein ‚kleines‘ Präsent. Dank dem lieben Mike wird im Laufe dieses Jahres das Karussell (die Erweiterung mit all den experimentellen Charakteren, hehe) bei mir einziehen und darauf freue ich mich schon ungemein.


Mit offenen Karten, aber ohne doppelten Boden

Patte, als unsere Wahrsagerin, wurde in der ersten Nacht geistesgegenwärtig von Marius (Giftmischer) vergiftet, sodass er auf seine Frage, ob er (,falls er sein eigener Roter Hering war,) oder Jakob der Dämon sein mochten, ein ‚Nein‘ erhielt. Vielleicht etwas zu klar meinerseits, wie ich später erfahren sollte – nicht mal als Storyteller ist man vor der allgegenwärtigen Macht der Meta gefeit. Micha (Empath) erhielt eine ‚1‘ und Mike (Teufelsadvokat) hob seine schützende Hand über Stefan (Künstler), denn man konnte ja nie wissen. Das waren die Informationen der ersten Nacht und sollte damit fürs Erste für genug Gesprächsstoff sorgen. So hoffte ich jedenfalls.


Grimoire der ersten Nacht der ersten Runde
Grimoire 1. Nacht, 1. Runde

In der ersten Tagesrunde wurden wie immer nur vorsichtig Informationen untereinander ausgetauscht und als meine Spieler*innen wenige Minuten später wieder zu mir zurückkehren mussten, stellte sich mir folgendes Bild dar: Micha offenbarte überzeugt seine Rolle als Empath und die daraus resultierenden Informationen. Da er Stefan vertraute, musste seiner Meinung nach Mike (Teufelsadvokat) aus unserer Mitte verschwinden. Dieser gab sich wirklich alle Mühe und ich hätte allzu gern die Verwirrung meines Dorfes gesehen, wenn unser Künstler seine Hinrichtung tatsächlich überlebt hätte. Doch dazu sollte es nicht kommen und am Ende dieses Tages mussten wir uns von unserem ‚Glücksspieler‘ verabschieden.

Schade für Jakob (Dämon), der mir noch zuvor anvertraut hatte, dass er sich in der Nacht töten würde, sollte aus seinem Team heute niemand sterben.


In dieser Nacht entschied sich Jakob dafür, Patte (Wahrsagerin) zu töten, welcher dadurch leider kein einziges Mal seine Fähigkeit im eigentlichen Sinne hatte nutzen können.

Während sich von nun an Mario (Mönch) bemühte, Micha am Leben zu erhalten, machte es sich Marius zur Lebensaufgabe, unseren Empathen zu vergiften, um zu verschleiern, dass er nun nur noch neben Bürgerrollen saß.

Madeleine (Totengräber) offenbarte ich Mikes Rolle als Teufelsadvokat und wieder einmal endete eine eher flüchtige Nacht unter den zarten Klängen des Soundtracks des Videospiels Silksong.


Am heutigen Tag kam Stefan (Künstler) zu mir, um mir seine private Frage zu stellen. Diese bezog sich auf das Abstimmverhalten aus der ersten Runde und beinhaltete damit (mehr oder weniger) Mario, Marius, Anna und Shari. Da er weder betrunken noch vergiftet war, musste ich verneinen, dass sich unter den Vieren der Dämon befand, und damit blieben für ihn gerade mal drei Leute übrig. Dies teilte er auch mit der großen Gruppe und da man Micha (Empath) gemeinschaftlich vertraute, opferte sich Stefan, um dessen Wirkungskreis sinnvoll zu erweitern.


In der letzten Nacht unserer ersten Runde entschied sich Jakob für Shari (Narr), die durch ihre Fähigkeit leider knapp überlebte. Mario und Marius kümmerten sich weiterhin um Micha, dem ich ein weiteres Mal eine ‚1‘ zeigte, was er mit einem kleinen Kopfschütteln quittierte. Madeleine (Totengräber) zeigte ich den Künstlertoken und nach einer weiteren, eher kürzeren Nacht erfuhr mein Dorf mit Erstaunen, dass keiner von ihnen gestorben war. Tagsüber war man sich nach ein wenig hin und her einig, dass der Kill des Dämons entweder vom Mönch vereitelt worden oder aber Shari als Narr sein Opfer gewesen war. Wenn man dann noch die Frage unseres Künstlers miteinbezog, dann blieben nicht mehr allzu viele Möglichkeiten offen: Micha wurde relativ sicher als Empath verortet, Madeleine hatte sich als Totengräber bereits einzelnen, z. B. Patte nach seinem Tod, offenbart und Jakob als Dämon, der den Bürgermeister geblufft hatte.

Obwohl sich mein Dorf noch nicht sicher war, entschied man sich für Jakob – Patte hatte zuvor sehr gut zusammengefasst, dass selbst wenn Jakob der tatsächliche Bürgermeister war, er nicht genug Vertrauen in der Gruppe hatte, um seine Fähigkeit bei den Final Three verwenden zu können.

Damit blieb mir nichts anderes übrig, als einen Scheiterhaufen zu bauen und den Imp in bunten Funken verglühen zu lassen. Aber da der Abend noch jung war, ging es ohne viel Federlesen in die zweite Partie. Diesmal jedoch mit einem kleinen Add-On: dem Wächter (Fabled). Der Wächter ist ein Token, den man vor Beginn des Spiels als eine Art Zusatzregel für das Setup verwenden kann. Es kann ein Außenseiter mehr oder weniger im Spiel sein – das Schöne daran ist: man kann sich nie sicher sein. Hehe.


Leute, versteckt eure Brillen!

Für die zweite Runde verblieben wir bei zehn Spieler*innen, denn schönerweise wollte keine*r gehen, obwohl ich wusste, dass es vereinzelt ein wenig Zeitdruck gab.

Zuerst weckte ich Madeleine (Giftmischer) und Mike (Meuchelmörder) und zeigte ihnen Stefan als ihren Dämon. Danach erfuhr Micha (vergifteter Uhrmacher), dass der Dämon und sein nächster Spieler einen Platz auseinander saßen (das war natürlich eine Lüge, allerdings hatte ich zuvor nicht bedacht, dass sich zwischen Mike und Stefan ein Platz befand 🥲, das sollte mir noch in den Hintern beißen).

Shari (Empath) zeigte ich vollkommen legal eine ‚0‘ und diesmal war Marius tatsächlich Marios' (Glücksspieler) Großmutter – zuvor war ja genau das seine Deckrolle mit Mike als angeblichem Glücksspieler gewesen. 😅



Grimoire der ersten Nacht der zweiten Runde
Grimoire 1. Nacht, 2. Runde

Am ersten Tag wurden wie immer kaum Informationen ausgetauscht und es bildeten sich wie meistens zwei größere Gruppen: die, die drinnen blieb, und die, die draußen rauchen ging.

Auf ihrem Weg nach draußen fragte mich Anna (Künstler) unauffällig: „Trägt der Dämon eine Brille?“, was ich ihr auf ihrem Weg wieder hinein mit einem ‚Ja‘ beantworten konnte/musste. Nachdem meine Spieler*innen wieder zu mir zurückgekehrt waren, ergriff Anna das Wort und ließ sich hinrichten, allerdings nicht ohne ihre Rolle und die daraus resultierenden Informationen noch geheim zu halten. Ein möglicher Totengräber – den es diesmal sogar gab – könnte ja innerhalb des nächsten Tages zu ihr kommen und ihr dann ihre Rolle offenbaren. Da sich der Rest eher unsicher war, ging die Menge mit diesem Vorschlag mit und verabschiedete sich von ihr. Micha (Uhrmacher) war mit seinem Wissen noch nicht hausieren gegangen und so schien dies die sinnvollste Entscheidung zu sein.


Und damit ging es auch schon wieder in die Nacht: Stefan tötete Patte (Dämonenjäger) und Mike wählte nach einer schieren Unendlichkeit Micha, um seine Fähigkeit als Meuchelmörder zu benutzen. Unterdessen wählte Marius Anna aus, um als Glücksspieler ihre Rolle zu verifizieren – das wurde nur noch von Jakob als Totengräber untermauert, dem ich den Künstlertoken zeigen musste. Tja, und Shari (Empath)? Die erhielt ein weiteres Mal eine ‚0‘ und schüttelte nur lächelnd ihren Kopf.


Am nächsten Tag war man sich unsicher, wie man nun weiter vorgehen sollte. Und ich auch: zwei Mal hintereinander als erster in der Nacht zu sterben tat mir nun schon etwas leid für Patte.

Mittlerweile hatten sowohl Micha als auch Anna ihre Informationen mit der großen Gruppe geteilt und da bereits ein Brillenträger und zwei ohne Brille gestorben waren, bildete sich mit der Info des Uhrmachers ein Muster heraus. Mein Dorf ging davon aus, dass der Dämon und sein Scherge einen Platz auseinander sitzen mussten und dass der Dämon eine Brille trug (5 von 10 Spieler*innen trugen eine Brille). Wenn man sich jetzt noch den Sitzkreis genauer ansah und die Leute, denen man vertraute und die Verstorbenen davon abzog,

blieb mit einem Mal nur noch Stefan (Dämon) übrig, was mir noch viel mehr leid tat 🥲, denn er hatte seine Sache bisher ziemlich gut gemacht.

Er versuchte sein Bestes, um den Verdacht von ihm auf jemand anderes zu lenken, doch leider leider gelang ihm das nicht, und wieder einmal sprühte es die charakteristischen, bunten Funken.

2:0 würde ich da mal sagen, aber da meine Spieler*innen toll und motiviert sind bzw. waren 😅 ging es beinah direkt in eine dritte Partie.


Minion Panic

Mit dieser Partie hätte ich ursprünglich nicht gerechnet, doch wer bin ich, um meinem geliebten Dorf ein Spiel zu verwehren? Und auch wenn diese Runden eher kürzerer Natur waren, so hat es mir dennoch unsagbaren Spaß gemacht, sie zu leiten.

Stefan (Giftmischer) wählte Shari (Bibliothekar) als sein erstes Opfer, wodurch ich deren Informationen verfälschen durfte. Darüber freute ich mich so sehr, dass ich ihr den Trunkenbold bei Micha (Wahrsagerin) und Jakob (Künstler) zeigte, obwohl es mal wieder keinerlei Außenseiter gab (trotz des Wächters, den wir auch hier wieder verwendeten; Mindgames). Bei Micha durfte ich – vollkommen legal – jedes Mal den Kopf schütteln, obwohl er sich ohne Ausnahme mit unterschiedlichen Leuten beschäftigte. Für die Wahrsagerin eine herrliche Situation, wenn man davon ausging, dass man nicht zwischendurch vergiftet worden war.


Tagsüber schrie Jakob (Künstler) direkt danach, sich hinrichten zu lassen, während Shari (Bibliothekar) sich und ihre Informationen gerade offenbaren wollte. Er hatte mich zuvor im Privaten gefragt, ob sich der Dämon zwischen Mario und Patte im Sitzkreis befand, und das musste ich leider bejahen. Das behielt er allerdings noch für sich und kündigte an, sich am nächsten Morgen zu erklären.


Im Dunkeln entschied sich Anna (Dämon) für Patte (Totengräber), was ihn ein drittes Mal in Folge in der ersten Nacht ausscheiden ließ – das ist zwar in Blood on the Clocktower nicht so schlimm, aber für nächstes Mal werde ich mir wohl etwas überlegen müssen. Nichtsdestotrotz war es eine gute Entscheidung, weil es dadurch Jakobs Rolle verschleierte – konnte er nun ja nicht mehr ausgegraben und bestätigt werden. Meine Verwirrung über Sharis Information konnte also weiterhin bestehen.


Grimoire der letzten Nacht der dritten Runde
Grimoire letzte Nacht, 3. Runde

Am nächsten Tag musste ich verkünden, dass Patte ein weiteres Mal als Erster vom Dämon gemeuchelt worden war und sein Lichtlein anzünden musste. Der war verständlicherweise etwas angefressen, doch hatte er es sich bereits gedacht, da ich ihn in der Nacht nicht geweckt hatte, um ihm die Rolle seines gehängten Nachbarn zu zeigen. Nun offenbarte Shari (Bibliothekar) ihre Fehlinformation und nahm Jakob (Künstler) direkt den Wind aus den Segeln – das tat mir richtig leid. Er verkündete die Antwort seiner Frage, die mittlerweile nur noch Mario (Bürgermeister), Marius (Glücksspieler), Anna (Dämon) und Shari (Bibliothekar) beinhaltete.

Mike (Dämonenjäger) gab zu Bedenken, dass man vielleicht lieber nichts auf die Informationen unseres Künstlers geben sollte, da er ja laut Shari vielleicht betrunken war. Dem widersprach Patte (Totengräber) vehement, denn es sei immer gut eine Information im ersten Moment als wahr zu erachten. Er war sich sicher, dass sich der Dämon unter den übrigen Drei befand und das schien wohl für Mike gut genug zu sein. Er schoss seinen Pfeil auf Marius, doch da dieser nicht das rote Team anführte, geschah leider nichts weiter. Micha (Wahrsagerin) erhob das Wort und seine Informationen stimmten mit denen Jakobs überein. Die Leute um ihn herum hatte er in der Nacht überprüft, waren bereits tot oder befanden sich in dieser Schnittmenge. Nach ein wenig hin und her, entschied man sich für Anna, die sich nicht gut genug hatte verteidigen können. Stefan (Giftmischer) startete einen letzten Versuch, indem er darauf verwies, dass wenn Jakob betrunken und Micha vergiftet war – dafür reichte eine Runde ja völlig aus –, dass man dann lieber auf der anderen Seite der Uhr suchen sollte. Oder aber lieber einen einfachen, nun ‚nutzlos‘ gewordenen Bürger wie Shari zu opfern, die sich nur nicht gut genug verteidigen konnte.

Doch das Dorf ging nicht weiter darauf ein: damit wurde Anna gelyncht und auch sie starb in den buntesten Funken. 3:0 – und das sogar ziemlich schnell. Beeindruckend, das muss ich schon sagen.



Halber Sitzkreis der YOURBLOODNIGHT vom 23.01.2026
Sitzkreis YBLN (23.01.2026)

Vielen lieben Dank euch allen! Für die YOURBLOODNIGHT, mit der wir nun in unser zweites Jahr starten dürfen, für meine wackeren Spieler*innen und dafür, dass wir über die Zeit zu einer so festen und gleichzeitig wandelbaren Gruppe herangewachsen sind.

Es ist toll, euer designierter Storyteller sein zu dürfen.

Danke, dass ihr diesem Beitrag eure Zeit gespendet habt





(Anmerkung d. Redaktion: Rollen wurden entsprechend der Gender-Bezeichnungen im Spiel beibehalten, was jedoch nicht unkritisch gegenüber den Spieleentwickler*innen zu erachten ist.)


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