Blood on the Clocktower (YOURBLOODNIGHT)
- Betti Maus
- 19. Apr.
- 9 Min. Lesezeit
oder auch: Hier wird randaliert!
Im März (20.03.2026) war es wieder so weit, sich zur mittlerweile zwölften YOURBLOODNIGHT im Mika-Fit in Dresden-Mickten zu versammeln – wieder mal ein kleines Jubiläum, denn unser blutiges Projekt gibt es nun seit einem ganzen Jahr. Wuuhuuu! Vielen lieben Dank an alle, die das möglich gemacht haben!
Zusätzlich dazu war auch meine kleine Schwester (Nicht-Brettspielerin 😅) das erste Mal mit am Start, die liebevoll von unserer Gruppe aufgenommen und von Patte im Speziellen unter ihre sorgsamen Fittiche genommen wurde.
Zwölf wackere Spieler*innen – davon ein signifikanter Teil an Neulingen – versammelten sich nach und nach im Kursraum meiner Arbeitsstelle und sollten zwei Partien ‚Everyone Can Play‘ (von Ben Burns, Mitarbeiter des Pandemonium Institutes) spielen. Als kleine Besonderheit würden wir heute mit dem Märchenonkel (Fabled) spielen. Dieser besagt, dass eine Rolle eine falsche Information erhalten könnte, allerdings nicht muss. Dieses Fallnetz sollte mich ein wenig in meiner persönlichen Übermüdung unterstützen, hatte ich doch die letzten drei Wochen durchgeackert ohne echte Pause und war dadurch wirklich mehr als durch. Aaaber egal! Stürzen wir uns gemeinsam mitten hinein in unseren spannenden Abend :3 .
Wagt es nicht, mich zu meta’n!
Franz, unser heutiger Uhrmacher, erfuhr, dass der Dämon und sein nächster Scherge einen Platz auseinander sitzen mussten. Was er nicht wusste: das stimmte nicht so ganz. Der ‚Scherge‘, um den es sich dabei handelte, war Bastie als leider missverstandener Einsiedler. Patte (Wahrsagerin) wählte seinerseits Elias (Großmutter) – seinen roten Hering – und Mike (Dämon), wofür ich ihm eigentlich ein doppeltes ‚Ja‘ hätte geben müssen. Doch ein einfaches musste genügen, während Elias in Anna (Mönch) sein Enkelkind erkannte.
Dies waren die Informationen der ersten Nacht und sollte damit fürs erste für genug Gesprächsstoff sorgen; zumindest hoffte ich das. Der Rest würde wie immer erst später in den nächsten Phasen in Aktion treten.

In der ersten Tagesrunde wurden Informationen eher vorsichtig unter meinen Spieler*innen ausgetauscht, doch am Ende ließ Franz sich von seinem Namensvetter (ein dressierter Rabe) hinrichten. Allerdings ohne seine Rolle und sein Wissen zu offenbaren – für den Fall, dass es einen Totengräber geben mochte. Lustigerweise gab es den tatsächlich, wenn auch nicht ganz so, wie sich mein gutes Team das wohl gewünscht hätte.
In der zweiten Nacht entschied sich Mike (Dämon) für Elias (Großmutter) und ich widerstand dem Drang meines umnachteten Gehirns, ihn und sein Enkelkind zu töten. 😅 Schließlich war das ja eigentlich anders herum.
Moritz (Glücksspieler) ging den sicheren Weg und bestätigte sich erstmal, dass er der war, von dem er dachte, es zu sein (allerdings wäre er auch nicht gestorben, wenn er der tatsächliche Trunkenbold gewesen wäre). Marcel (Teufelsadvokat) erhob seine schützende Hand über Mike, was unserem werten Dämon so ziemlich den Arsch retten sollte – und mir damit auch, hehe. Patte (Wahrsagerin) erhielt ab jetzt immer ein ‚Nein‘, was ihm später bei seiner Deduktion deutlich helfen sollte.
Tja und unserem Totengräber/Trunkenbold? Dem konnte ich zeigen, was ich wollte, und um Dori ein wenig in Sicherheit zu wiegen, zeigte ich ihr ganz ehrlich den Uhrmacher-Token.
Bei Tage wunderte sich Patte lautstark, warum Mike ihn bisher nicht angeklagt hatte – eine liebevolle Fehde zwischen den beiden. Zusätzlich wurde klar, dass es sich bei Bastie um den Einsiedler handeln musste. Noch dazu hatte Mike den Empathen geblufft, für den er nun outgecalled wurde, denn die Menge war sich einig: ein Empath, der neben einem Einsiedler sitzt, muss ja wohl eine ‚1‘ dafür bekommen. Well … Nö? Aber das konnte ich leider nicht in die Diskussion einwerfen und musste mir stattdessen anhören, was ich mit Sicherheit getan oder gelassen hätte.
Am Ende wurde Mike mit den meisten Stimmen zum Richtblock geführt, doch da er von Marcel (Teufelsadvokat) geschützt war, gab es eine kleine mechanische Störung und wir gingen ohne einen Todesfall in die nächste Nacht.
In der Nacht tötete Mike (Dämon) sich dann selbst, denn nochmal exekutiert zu werden, kam für ihn nicht in Frage (und hätte diesmal unser Spiel auch beendet). Obwohl Nina als Giftmischer die stärkere Rolle innehatte, entschied ich mich trotzdem dafür, ihr diese neue Position aufzubürden. Davon schien sie nicht sonderlich begeistert zu sein😅.
Moritz (Glücksspieler) wählte diesmal Bastie aus und obwohl ich ihn dafür hätte töten können, beließ ich es dabei – immerhin muss ich das ja nicht tun.
Derweil wurden Pattes (Wahrsagerin) Augen mit jedem Mal, das ich ihn weckte, vor Überraschung ein wenig größer. Immerhin konnte er es kaum glauben, noch immer am Leben zu sein.
Am nächsten Tag geriet dann Marcel ins Kreuzfeuer und es sollte sich herausstellen, dass Nina (zumindest an diesem Tag) die richtige Wahl als neuer Dämon gewesen war. Denn beide gingen nun in den Doppelclaim, der Künstler zu sein. Nina ließ sich von der Gruppe beraten, welche Frage sie mir wohl stellen sollte, und gab anschließend bekannt, wie meine ‚Antwort‘ gelautet hatte. Marcel vertraute – allen voran sein Sohn Moritz – die Gruppe leider nicht besonders, weshalb er mit den meisten Stimmen hingerichtet wurde.
Diese Nacht wurde nun ein bisschen turbulenter: da man Patte leider nicht mehr so ungetrübt vertraute, war es nun an Moritz (Glücksspieler), ihn auf Herz und Nieren zu überprüfen. Er entschied sich für den Teufelsadvokaten und normalerweise hätte ich ihn dafür töten müssen. Doch glücklicherweise übernahm das Nina (Dämon) für mich und verschleierte so den falschen Gamble.
Anna (Mönch) entschied sich von nun an, nur noch Jakob (Bürgermeister) zu beschützen, da sie schon lange von dem Bürgermeister-Sieg träumte. Falls noch drei lebende Spieler*innen existieren, einer davon der Bürgermeister ist und das Dorf ohne Exekution in die Nacht geht – dann, aber auch nur dann, gewinnt das gute Team. Man kann sich sicher vorstellen, dass das kein einfaches Unterfangen ist (, das Anna ein Mal beinahe gelungen wäre, leider nur beinahe). Patte erhielt ein weiteres Mal ein ‚Nein‘, und da ich bisher keine mir bekannten Fehler gemacht hatte, nahm ich mir vor, ihm beim nächsten Wecken absichtlich eine falsche Info zu geben. Dori (Totengräber/Trunkenbold) durfte ich hingegen ja zeigen, was ich wollte, und so verschleierte ich Marcels Hintergrund und zeigte ihr den Trunkenbold statt des Teufelsadvokaten.

Bei Tage ärgerte sich Moritz nun, dass er keine abschließende Antwort auf sein Glücksspiel bezüglich Patte erhalten hatte. Dieser – da er der Totengräber-Information vertraute – glaubte nun vielmehr daran, dass Marcel zuvor die Wahrheit über seine Rolle als Künstler gesagt hatte. Wenn man das umdrehte, musste laut ihm der Dämon ein Mann sein, und Nina konnte man aufgrund des Doppelclaims nicht vertrauen. Das sah ein Teil der Gruppe anders und ausgerechnet Bastie (Einsiedler) sprang auf diesen Zug mit auf. Da man sich aber mehr als unsicher war, kam die Idee auf, dass die Uhrmacher-‚1‘ vielleicht auch auf Marius (Rabenhüter) abzielen konnte. Dieser gab sich zwar alle Mühe, sich zu verteidigen, doch er war sich sicher, dass seine Rolle dem bösen Team bereits bekannt war, und gab sich schließlich seinem Schicksal hin.
Da unser Mönch weiter schwer beschäftigt war, konnte nun niemand mehr Patte (Wahrsagerin) vor seinem Tod bewahren und konnte ich für niemanden mehr die falsche Information des Märchenonkels verwenden. Mist. Ich gebe zu, dass ich mich ein bisschen über mich selbst ärgerte, die Fähigkeit des Fabled nicht schon eher genutzt zu haben. Dabei war er ja eigentlich nur als mein Sicherheitsnetz gedacht gewesen. Dori (Totengräber/Trunkenbold) konnte ich ja sowieso zeigen, was ich wollte, und um mein Dorf noch ein wenig mehr zu verwirren, zeigte ich ihr für Marius den Teufelsadvokaten.
Am Tag nahm dann die Offenbarung der Rollen ihren Lauf, schließlich waren nur noch fünf Spieler*innen am Leben. Dori gab ihr vermeintliches Wissen über Marius kund und die Menge glaubte ihr – warum sollte man ihr auch misstrauen? Leider hatte Patte (Wahrsagerin) vor seinem Ableben alle aus dieser Riege überprüft – alle außer Nina – (Dämon) und da er einer der lautesten Sprecher war, folgte man ihm. Zusätzlich hatte Nina ihre ‚Künstlerfrage‘ bereits gestellt und war somit für das Dorf ‚entbehrlich‘ geworden. Es tat mir unsagbar leid für sie, denn obwohl sie sich wacker schlug, gab es keine Möglichkeit für sie, aus dieser Zwickmühle zu entkommen. Sie versuchte sogar, den Fokus von sich auf Bastie zu lenken, aber außer Marius (der laut Aussage Mitleid mit ihr hatte), stimmte keiner für unseren Einsiedler und es wurde mal wieder an der Zeit, einen Scheiterhaufen zu bauen.
Mit bunten Funken gewann das gute Team und die Leute mussten sich leider eingestehen, dass ich nicht mal vor meiner eigenen Schwester Halt machte, um meine Spieler*innen zu verwirren. Neuling und Trunkenbold? Aber gerne doch. Einsiedler nutzen oder nicht nutzen? Das kommt ganz auf meine Laune an. Hehe.
Von zwölf Spieler*innen blieben für Runde zwei sogar ganze zwölf Spieler*innen übrig – und das, obwohl wir uns von zweien verabschiedeten. Wie das ging? Tjahaaa 😅
Wir bekamen zwei neue Spieler*innen dazu, ist doch klar. Micha und Johan übernahmen die Plätze von Marcel und Moritz und damit ging es munter weiter mit ‚Everyone Can Play‘.
Es gibt drei Außenseiter? Das kann doch gar nicht sein!
Micha (Uhrmacher) erfuhr in der ersten Nacht, dass der Dämon und sein nächster Scherge zwei Plätze auseinander sitzen mussten. Patte (Empath) war sich nun ziemlich sicher, dass er seinen beiden Sitznachbar*innen vertrauen konnte, und Dori erhielt mit Marius (Glücksspieler) ein ganz besonderes Enkelkind. Tja, und Jakob? Da ich bei der letzten Runde keine Fehler gemacht und dadurch den Märchenonkel nicht hatte verwenden können, entschied ich mich dazu, ihn diesmal direkt zu nutzen und ein wenig Verwirrung zu stiften. Also zeigte ich Jakob (Bibliothekar), dass entweder Patte oder Micha der Trunkenbold sein konnten. Das stimmte zwar nicht, aber das musste er ja nicht wissen – zumindest fürs Erste.

Am ersten Tag wurden Informationen wie immer spärlich ausgetauscht, während Patte Dori wieder unter seine Fittiche nahm (glücklicherweise gehörten beide zum selben Team). Jakob (Bibliothekar) war sich bereits sicher, dass er sich direkt opfern würde, allerdings ohne sich zu offenbaren, um einem Totengräber eine Chance zu geben. Allerdings gab es in dieser Runde keinen, nicht mal als Bluffrolle.
Wir verabschiedeten uns also relativ ereignislos von ihm und gingen in die Nacht.
In der Nacht kam es zu einer für mich faszinierenden Strategie, die ich wirklich toll fand – auch wenn sie nicht hundertprozentig aufgegangen ist (leider).
Nina vergiftete Marius (Glücksspieler), der sogleich Franz (Dämon) in seiner Bluffrolle bestätigte und aufgrund seiner Kondition weiterhin am Leben blieb. Dann entschied sich Mike (Meuchelmörder) dazu, sich selbst zu töten und im ersten Moment war ich etwas verwirrt über diesen Schachzug. Was ich erst später erfuhr: Mike wollte den Glücksspieler bluffen und so tun, als wäre er bei seinem Gamble in der Nacht gestorben. Was er leider nicht wusste: 1) den Glücksspieler gab es bereits in dieser Runde und 2) Franz‘ eigentliches Ziel als Dämon war Bastie (Narr) gewesen. Dieser starb also nicht, sondern verlor nur sein erstes Leben, was in meinem Dorf aber niemand wusste.
Durch diese zwei Umstände ging leider nur ein Teil des Plans auf, was aber nicht allzu schlimm war, denn an Franz sollte es tatsächlich nicht scheitern. Patte (Empath) zeigte ich ein weiteres Mal eine ‚0‘ und das sollte sich auch später nicht ändern.
Am zweiten Tag ging dann der große Trubel los: war Mike der Dämon gewesen und hatte sich selbst getötet? Denn eines war recht schnell relativ klar, nämlich dass er nicht der Glücksspieler sein konnte. Diese Rolle claimte Marius in der großen Runde und Dori, als seine Großmutter, offenbarte sich ebenfalls, um seine Worte zu unterstützen.
Das sorgte zwar dafür, dass man sie würde hängen müssen, aber dafür glaubte man Marius und damit seiner Aussage, dass er Franz (Dämon) als gute Rolle überprüft hatte.
Zeitgleich eröffnete sich ein zweites Problem: es gab zwei Personen, die von sich behaupteten, Außenseiter zu sein. Allerdings keiner von ihnen als Trunkenbold und auch nicht die Leute, die ich Jakob (Bibliothekar) gezeigt hatte. Und damit begannen die Köpfe zu qualmen, denn das konnte bei 12 Spieler*innen eigentlich nicht sein. Johan gab an, die Heilige zu sein, und Anna offenbarte sich als Einsiedler – beides prinzipiell wundervolle Bluffrollen. Schönerweise gab es keine Welt, in der sich Jakob vorstellen konnte, dass seine Information die des Märchenonkels gewesen war. Dennoch offenbarte er nicht, welche Personen ich ihm in der ersten Nacht gezeigt hatte.
Nach ein wenig Hin und Her verabschiedeten wir uns von Dori (Großmutter), denn wenn Marius (Glücksspieler/Enkelkind) des Nachts getötet werden sollte, würden sie sowieso beide sterben.
In dieser Nacht wählte Franz Micha (Uhrmacher) aus, der seine Information bisher nicht mit der großen Runde geteilt hatte. Nina (Giftmischer) entschied sich ein weiteres Mal für Marius, wodurch auch er eine weitere Nacht überlebte. Patte zeigte ich wieder mal eine ‚0‘ und ich bin fasziniert, dass ihn das nicht wunderte, immerhin war Anna (Einsiedler) durch Jakobs Ableben nun eine seiner Sitznachbar*innen.

Tagsüber wurde dann wieder rege diskutiert: einer der drei musste schließlich lügen! Wir hatten den Wächter (Fabled) nicht mit drin und auch sonst keine Rolle, die einen weiteren Außenseiter zum Setup hinzugefügt hätte. Patte (Empath) sprach sich dafür aus, Johan (Heilige) hinzurichten, und Anna nahm den Vorschlag lautstark mit auf – „Johan wirkt schließlich immer sus“. 😅
Gemeinsam katapultierten sie ihn geradezu auf den Richtblock und damit konnte ich für mich ein ganz neues Achievement abschließen: Spielende durch Exekution der Heiligen. Das ist mir bisher noch nicht passiert, auch wenn es durchaus schon mal recht knapp war.
Ein bisschen leid tat es mir für Johan, denn er hatte sich wirklich Mühe gegeben, nicht getötet zu werden, und seine Argumente waren durchaus schlüssig. Aber damit ging dieser Sieg an das böse Team und Johan stieg in einem hellen Licht zum Himmel empor.
Allerdings muss man den Roten zu gute halten: Franz (Dämon) wäre noch ziiiemlich lange unter dem Radar geflogen, denn er war ja bereits von Marius (und dieser von Dori) bestätigt worden und dadurch ziemlich safe.

Mit diesem Knall ging auch diese YOURBLOODNIGHT wieder einmal zu Ende und ich freue mich schon sehr auf unsere nächsten Runden im April. Danach geht es für mich wieder zur Fortbildung ins Exil 😅, also muss ich davon zehren können. Enttäuscht mich also nicht.
Auch im April und später dann im Mai wird uns wieder das Mika-Fit zur Verfügung stehen und ich bedanke mich nochmal ganz herzlich, dass ihr meine kleine Schwester so lieb aufgenommen habt. Am Ende kann ich nur sagen: vielen lieben Dank fürs Lesen und Mitspielen! Und Danke für ein ganzes Jahr Blood on the Clocktower zu unserer monatlichen YOURBLOODNIGHT!
Das bedeutet mir wirklich viel und ich hätte vor zwei Jahren niemals mit diesem regelmäßigen Event gerechnet :3
Adieu und bis zum nächsten Mal,
eure Betti (Storyteller).
(Anmerkung d. Redaktion: Rollen wurden entsprechend der Gender-Bezeichnungen im Spiel beibehalten, was jedoch nicht unkritisch gegenüber den Spieleentwickler*innen zu erachten ist.)



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